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Luise1.jpg neuFür die Stadt Gransee war die hundertjährige Wiederkehr des Todestages der Königin Luise Anlass zu einer besonderen Gedenkfeier. Auf ihren Reisen in die Mecklenburgische Heimat rastete die Königin stets in dieser Stadt, und die Herzen der Einwohner schlugen ihr immer ganz besonders warm entgegen. Auch auf der letzten Reise, da man die entseelte Königin mit gebrochenen Herzen und geschlossenen Augen zur Beisetzung nach Berlin geleitet, ruhte sie in der Nacht vom 25. Zum 26. Juli in den Mauern Gransees. Dreißig Bürger hielten unter dem matten Licht der Fackeln die Ehrenwacht. Schon ein Jahr darauf erhob sich an dieser Stelle, errichtet durch die dankbare Liebe der Stadt und der umliegenden Kreise, nach Schinkels Entwurf ein Denkmal, das die Erlebnisse jener Nacht in der Erinnerung festhalten sollten: unter einem Baldachin ruht der Sarkophag, an dessen Seiten wehmutige Inschriften an die große Liebe gemahnen, die Luise hier besessen hat und noch heute Besitz. Der Gedanke an eine besondere Erinnerungsfeier tauchte lebendig aus der Mitte zur Bevölkerung hervor. Die Bürgerschaft konnte mit Hilfe der Behörden der Stadt, des Kreises und der Provinz der Königin Luise=Gedächtnisfeier ein würdiges Gepräge verleihen.

Montag, den 25. Juli 1910.

Die Stadt Gransee prangt im Festgewand. Die Bürgerschaft hat Straßen und Häuser reich geschmückt. Ausgezeichnet durch Ehrenpforten, Fahnen und Girlanden sind die Tore der Stadt, besonders das alte Ruppiner Tor. Eigenartigen Schmuck trägt der Luisenplatz, inmitten das Königin Luise-Denkmal. Für die Ehrengäste ist zwischen und der Friedrich-Wilhelm-Straße ein Empfangszelt errichtet. Vom Kirchturm herab wehen preußische Fahnen.
Abends 7 Uhr: Gemeindeabende. Gesangsvorträge, Deklamationen, Lebende Bilder, Vorträge über das Leben der Königin Luise, veranstaltet von den Vorständen.
a) der Schützengilde, des Gesangsvereins Harmonie, der freiwilligen Feuerwehr im Saal des    
     Schützenhauses; Vortrag: Pfarrer Wetzel-Schulzendorf
b) des Kriegsverein, Militärverein und des Gesangvereins Loreley im Saal
     des Gesellschaftshauses Reth; Vortrag: prakt. Arzt DR. Reich
c) des Landwehrverein, des Gesangsverein Concordia, des Turn und Radfahrverein in Metzetins Saal;  
   Vortrag: Lehrer Zahn
d) des Bürgervereins, des landwirtschaftlichen Verein, des Verschönerungsvereins, des Kavallerie
   Vereins, des Vaterländischen Frauenvereins und des Vereins Frauenhilfe im Saal der „Krone“.
   Vortrag: Pfarrer Brerendorff.

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