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                                       Deutschland. (Frl. Elisabeth Pfannschmidt).

Was Luise ihm bedeutet,                                                           In der Söhne junge Herzen
Weiß beglückt das deutsche Land,                                              hat sie edle Saat gesägt,
Um die Stämme alle breitet                                                       Ehe sie nach kurzen Schmerzen
Sich ihr Name als ein Band;                                                       Schnitter Tod dahingemäht.
Rings im Reiche klingt und singt es                                             Und es wuchsen stolz die Reiser,
Wie ein holdes, heil´ges Lied,                                                   Und die edle Saat gedieh:
„Königin Luise“, klingt es                                                          Mutter unserm deutschen Kaiser,
Andachtsvoll in Nord und Süd.                                                 Mutter Deutschen Reichs ward sie.

                                                                        Alle drei.

Drum gesegnet ist die Stätte                                                    Sind die Tränen auch geflossen, -
Und ein Heiligtum dem Land,                                                   O Luise, schau herab, -
Da ihr letztes Ruhebette                                                            Freudenernte ist gesprossen
In der Nacht des Trauers stand.                                               Aus den Tränen und dem Grab!
                                          
                                                      Für diese Feier gedichtet von Renata Pfannschmidt-Beutnert.

 
Wiederum ertönte ein Gesang „der schönsten Königin“.

Stimmt an das Lied, ihr Preußen,                                             Und Sprach zu den Landesfindern
Von der schönsten Königin                                                       Ihr Mund so engelrein,
Aus allen Landen und Zeiten,                                                    Das war, als kläng vom Himmel
Es war eine Zollerin!                                                                   Eine Stimm ins Herz hinein.
Sie Sie saß auf dem Preußenthrone,                                       Und als die strahlenden Augen
Ums Haupt einen Strahlenkranz,                                             Geschlossen des Landes Weh,
Viel heller als die Krone                                                             Ging sie zum ew´gen Frieden,
Schien ihres Auges Glanz.                                                          Ein Engel zu selger Höh.
Und sah sie ihre Preußen                                                          Das war auf der ganzen Erde
Mit den strahlenden Augen an,                                                Die schönste Königin,
Da wars, als sei der Himmel                                                     Die Königin Luise,
Vor ihnen aufgetan.                                                                   Die Hohenzollerin!
                                                                                                      
Schottische Volksweise, Tonsang v. G. Hecht


Darauf hielt Bürgermeister Leue die Begrüßungsansprache:         

Königliche Hoheit! Zur Feier des Gedächtnisses an unsrer unvergessliche Königin Luise hier vereint, ist uns die hohe Ehre zu Teil geworden, Eure Königliche Hoheit als Vertreter Seiner Majestät unseres Allergnädigsten Kaiser und Königs begrüssen zu dürfen. In tiefster Ehrfurcht bringen Eurer Königlichen Hoheit wir ehrerbietigsten Willkommensgruss. Als Vertreter Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs von Mecklenburg Strelitz bergrüssen wir ehrerbietigst den Herr Oberst von Wulkow. Hoher Dank erfüllt alle unsere Herzen, dass wir heute vereint sein dürfen mit dem hochedlen erlauchten Herrscherhause, dem unsere unvergessliche Königin Luise entsprossen ist.
 

In Namen unserer kleinen, an historischen Erinnerungen und alterwürdigen Baudenkmäler reichen Stadt entbiete ich den entbiete ich den hochverehrten Herren Mitgliedern des Ehrenausschusses unter ergebensten Dank für Ihr Erscheinen herzlichen Gruss Willkommens.
Ihr gütiges Entgegenkommen ermutige uns, diesen Gedenktal zu einem Feiertag nicht nur für unsrer kleine Stadt zu gestalten, sondern auch für den Kreis Ruppin und die benachbarte Prignitz, die vor 100 Jahren zusammen traten, der entschlafenen Landesmutter dieses Denkmal zu errichten.
Wir begrüssen Sie alle auf das herzlichste, hochverehrte Gäste, die Sie von fern und nah gekommen sind, um mit uns dankerfüllten Herzen der hohen Frau, der Königin aller Königinnen, zu gedenken, die selbst in der traurigsten Zeit nur für Ihr Volk lebt, die Ihrem Volk im feurigen Erglühen Sich selbst dahin wie eine Rose gab.

Und wie die Königin Ihr Volk liebte, so liebte, ja so liebt heute noch das Volk die Königin. Wie könnte es anders sein!
Wer wollte heute deutsch sich nennen, dessen Herz nicht voll Dankes ist?
Warum hat unsere Stadt das Recht, eine Feier von besonderer Art zu veranstalten, warum wählten wir den heutigen Tag?
Die Inschrift an diesem Denkmal gibt uns Antwort:
„An dieser Stelle fah´n wir jauchzend Ihr entgegen, wenn Sie die „ Herrliche in milder Hoheit Glanz mit Engelfreundlichkeit vorüber“ zog. An dieser Stelle hier ach flossen unsere Tränen, als wir dem“ stummen Zug betäubt entgegen fah´n. O Jammer Sie ist hin!“
Diese schlichten Worte überliefern uns die Gefühle unsrer Vorfahren; sie zeugen uns, mit welcher Treue, mit welcher Begeisterung Preussens unvergessliche Königin in unsere stillen Stadt von unsren Vätern empfangen wurde, wenn Sie von Heimat zu Heimat zog.
Diese schlichten Worte lassen wieder aufleben Gefühle herber unbeschreiblicher Trauer bei Alt und Jung, als dumpfes Glockengeläut den Tod der Königin verkündet.
100 Jahre sind heute verflossen seit jener Nacht, in welcher die sterbliche Hülle unsrer hochedlen Königin Luise hier auf diesem Platz aufgebahrt war, bewacht von Bürger unserer Stadt. 100 Jahre konnten aber nicht die Trauer um den zu frühen Verlust aus unsern Herzen löschen.
Heute nach 100 Jahren schauen wir, der hohen Verklärten gedenkend, hinauf zum hohen Himmelszelt unter Dankgebeten zu Gott, der die Geschicke unseres Landes geleitet aus der Tiefe zur Höh.

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